Funtrailing

Mantrailing for Fun


5. August 2008

Jetzt trailen! Jetzt nicht!

Category: Allgemeines – Dixie – 17:57

Stellt Euch mal vor, ihr würdet in einer Studie teilnehmen, in der ihr jeden Sonntag dafür belohnt werden, wenn ihr einen roten VW Golf seht. Glaubt ihr auch, dass die Welt auch Montags bis Samstags von roten Golfs nur so wimmeln würde?

Gut, der Vergleich ist ein bisschen schief. Aber als F. den Hund und mich heute nicht wie üblich auf der Morgenrunde begleitete, sondern schon vor uns wegmusste, und ich mit Habca vor die Tür trat, da habe ich darüber nachgedacht: Klar weiß Habca jetzt ganz genau, wo F. langgegangen ist. Und schöner fänd sie’s ja schon, wenn er auch da wäre. Und schaut mich mit großen Augen an. Auf dem Spaziergang schnüffelt sie ganz viel: Da ist der Boxer langgegangen, da der lustige Dackel, hier die Frau die sie nicht mag, Moment, wer war das denn, den kenn ich nicht, Nase freischnaufen und nochmal schnuppern.

Die Dixies haben der Dixie von welpenbeinen an gesagt: Schnuppern finden wir ganz toll. Ich nicht, ich fand immer dies und das toll und anderes nicht, wir haben auch mal Schnupperspiele gemacht, aber eben auch viel anderes, denn meine Priorität war: Ein großstadttauglicher Begleithund, den ich möglichst viel mitnehmen kann.

Der Wendepunkt für Habca war, glaube ich, als sie einige Stunden alleine unterwegs war, zum ersten Mal in ihrem Leben ganz auf sich allein gestellt. Danach lief sie tagelang mit der Nase am Boden, sog den Hochwind ein, kreuzte, zögerte, lief zurück, schnupperte. Irgendwie glaube ich, dass ihr da klar wurde, dass Spuren was sind, wo man was mit machen kann.

Wenige Wochen später haben wir mit dem Trailen angefangen. Seitdem sage ich ihr sonntags: Ich finde das ganz toll, wenn Du dein Näschen benutzt, um eine Spur zu verfolgen. Boah, Du kannst Menschen finden! Unglaublich, Du hast die Spur verfolgt, bis zum Ende, wie großartig!

Und Montags bis Samstags sage ich: Mag ja sein, dass der F. da gegangen ist, aber wir gehen halt hier lang, die Gründe sind kompliziert, also komm jetzt bitte.

Und die Lösung für dieses Problem?

Ein ausgeprägtes Startritual.

Dann heisst meine Botschaft nämlich:

Erstens finde ich es grundsätzlich prima, dass Du so gut riechen kannst, zweitens bestimme ich wo wir langgehen und wir verfolgen gewöhnlich keine Menschenspuren, außer, drittens, wenn wir in einen Zug steigen und zu Dixies fahren und da steht der Herr Chen am Bahnhof und Du spielst mit Dixie während die Großen Kaffee trinken und dann gehen wir irgendwo hin und dann ziehst Du dein superschönes Spezialgeschirr an und ich klippe Deine Spezialleine an und dann läuft einer von uns weg und da ist ein Gegenstand der nach ihm riecht und ich sage SEARCH –

genau DANN sagst Du, wo’s langgeht und darfst mich hinterherziehen und ich find’s großartig.

So, ich hoffe, das leuchtet meiner Tibeterin und allen Lesern ein. Ganz einfach finde ich es nämlich selbst nicht.

Geschrieben von M.

3 Comments »

  1. hmmm, verwirrlich für einen Hund, glaub ich. Hat P. auf seinem Seminar nicht gelernt, wie man den Unterschied für den Hund klar macht?

    Comment by Banjo's Frauchen — 6. August 2008 @ 00:23

  2. Also mein Frauchen kann meine Nase nicht bremsen. Ich weiß immer wo mein größter Feind langelaufen ist und ganz wichtig: Ich weiß ganz genau wo die besten Hundemädchen auf mich warten. Dann muss Frauchen mit mit immer diskutieren welchen Weg wir jetzt weitergehen. Aber Frauchen glaubt, bei Rüden ist das wohl anders. Rüden haben noch viel mehr Interesse an bestimmten Düften und einen sturen Dickkopf.
    Triebgesteuertes Wuff,
    Emil

    Comment by Emil — 6. August 2008 @ 08:58

  3. Ich denke, Habca wird den Unterschied lernen. Irgendwann.

    Ich habe das ja damals als Rettungshundazubi auch auseinanderhalten müssen, dass das Aufstöbern und Anbellen von fremden Menschen im Wald mit Kenndecke und Glöckchen richtig, ohne Kenndecke im Park aber meist nicht zu den erwünschten Reaktionen führt.

    Hab ich auch erst lernen müssen. Der Torsten jedenfalls war ganz schön erschrocken, war er doch nur kurz in den Wald gesprintet um hinter einem Baum Platz für neue Getränke zu schaffen. Da hatte ich dann wohl was falsch verstanden *gg* Aber toll gebellt habe ich, obwohl er immerzu „Hau ab“ gesagt hat.
    Im Wald mit Kenndecke habe ich dafür nicht immer gebellt. So habe ich das dann wieder ausgeglichen.
    Trotzdem bin ich jetzt kein Rettungshundazubi mehr *grübel* und Trailen darf nur der Fresssack, weil Frauchen meint, ich brächte das sonst durcheinander. Pfff…

    abschiggernde Grüße *lol*, Nouki

    Comment by Anouk — 8. August 2008 @ 13:35

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